Rechtsradikale verprügeln 23-Jährigen vor dem „Rockhouse“

Die Polizei Hannover hat am Freitag vier Männer festgenommen, die einem 23-Jährigen brutal ins Gesicht geschlagen haben. Der junge Mann hatte die Gruppe vor der Diskothek „Rockhouse“ an der Kanalstraße angesprochen, nachdem sie rechtsradikale Parolen gerufen hatten. Von einer fünften Täterin fehlt noch jede Spur.

Dem Vernehmen nach sollen die Täter zu einer Gruppe von etwa 15 Personen gehören, die nach einer Privatfeier zum „Rockhouse“ weitergezogen waren. Dort angekommen fingen einige Mitglieder an, „Hitlergrüße“ zu zeigen und rechtsradikale Parolen zu rufen.

Ein 23-Jähriger sprach die Gruppe an und kritisierte sie für ihr Verhalten, daraufhin traten vier Männer und eine Frau aus der Gruppe und schlugen ihm mehrfach ins Gesicht. Nach Angaben der Polizei vermummten sich die Täter mit Tüchern und Sturmhauben, bevor sie den 23-Jährigen angriffen. Der junge Mann erlitt durch die Schläge leichte Prellungen im Gesicht.

Die Beamten konnten die vier männlichen Täter im Alter von 23, 24, 27 und 29 Jahren kurz darauf in der Innenstadt stellen. Bei einer anschließenden Durchsuchung fanden die Polizisten ein Messer, einen Schlagring sowie einen Teleskopschlagstock. Gegen die Männer wurde ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstößen gegen das Waffengesetz und Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Die Identität von der an der Tat beteiligten Frau ist weiterhin unbekannt.

Das „Rockhouse“ steht seit Jahren im Verdacht Mitglieder der rechtsgerichteten Szene anzuziehen. Die Betreiber der Diskothek streiten das ab.

Quelle: HAZ

»Blood & Honour«, »Hammerskins« und »Veneto Fronte Skinheads« – Die regionale Rechtsrockszene um »Honour & Pride« zeigt sich auch international gut vernetzt

„Shut up!“ – Es dauert etwas bis es ruhig wird. Doch dann ist es ganz still in der Zelthalle irgendwo in Großbritannien. Nach einer Minute des Schweigens skandiert die Menge immer wieder auf deutsch: „Sieg Heil!“. Mehre hundert meist glatzköpfige und tätowierte Männer – Frauen sind nur wenige anwesend –  heben den Arm zum Hitlergruß. Die Schweigeminute gilt Ian Stuart Donaldson, dem bei einem Autounfall verstorbenen Gründer des internationalen Neonazi-Musiknetzwerk »Blood & Honour«. Aus ganz Europa sind die Besucher an diesem Wochenende im Oktober 2012 zum alljährlichen „Ian Stuart Memorial“-Konzert (ISD) auf die Insel gereist. Neben den Auftritten einschlägiger Rechtsrockbands gibt es während des zweitägigen Treffens der internationalen »Blood & Honour«-Bewegung auch anderer Angebote: So messen die Neonazi tagsüber ihre Kräfte z.B. beim Seilziehen. Einige haben neben ihren parkenden Autos auf dem Gelände ihre Zelte aufgeschlagen. Unter den vielen Skinheads fällt eine kleine langhaarige blonde Frau ins Auge. Sie spricht deutsch: Joanna Gierzycka ist mit einer Gruppe von Neonazis aus der Region zwischen Harz und Heide da. Ihr Lebensgefährte ist Massimo Santi aus dem niedersächsischen Städtchen Königslutter, ein Aktivist von »Honour & Pride«

Von »Blood & Honour zu »Honour & Pride«
An der Wand der Zelthalle , in der die Konzerte stattfinden, hängt ein Transparent mit der Aufschrift »Blood & Honour Deutschland«. Dabei ist die Organisation eigentlich seit dem Jahr 2000 in der BRD verboten. Doch ehemalige Mitglieder haben neue Organisationen gegründet, die Nachfolge angetreten und auch in Deutschland die Bewegung am Leben erhalten. Dazu gehört in der Region zwischen Harz und Heide die Kameradschaft »Honour & Pride« (H&P).

Zunächst regional als »Honour & Pride Niedersachsen« mit örtlichen Sektionen in Braunschweig und Königslutter und in Sachsen-Anhalt mit der Sektion „Südharz“ angetreten, verdeutlich man die überregionale Ausbreitung inzwischen durch das Auftreten als »Honour & Pride Deutschland«. Mit der Organisation von zahlreichen kleineren und größeren, meist konspirativ organisierten Konzerten, hat man sich in der rechten Musikszene einen Namen gemacht. Auch die Konzerte der rechten Hooligan-Band »Kategorie C«, die nicht nur Neonazis sondern auch die Mischszenen zwischen Fußballhooligans und rechten Prolls anzieht, wurden in der Region von »Honour & Pride« teilweise mitorganisiert. Inzwischen führt man auch legal angemeldete Open-Air-Festivals durch, wie in den beiden letzten Jahren in Nienhagen, wo bekannte Szene-Band aus dem In- und Ausland vor jeweils mehr als tausend Zuschauerinnen und Zuschauern auftraten. Kopf von »Honour & Pride« und Veranstalter zahlreicher Rechtsrockkonzerte in Nord- und Ostdeutschland ist Oliver Malina. Der Rolladenbauer leitet einen Handwerksbetrieb in Salzgitter und wohnt seit einiger Zeit in Nienhagen im Harzkreis von Sachsen-Anhalt.

Hier geht’s weiter zu Text und Fotos

Eilmeldung!

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

heute Abend um 19 Uhr haben Nazis aus dem Umfeld der inzwischen verbotenen Organisation „Besseres Hannover“ eine Kundgebung am Kröpcke angemeldet. Wir wollen den Nazis keine Möglichkeit geben, ihre menschenverachtende Propaganda zu verbreiten und treffen uns deshalb zu einer Gegenkundgebung in Sicht und Hörweite (der genaue Ort wurde noch nicht bestätigt).

„Kein Platz für Nazis“
am 14. März 2013
um 18:30 Uhr

Kommt nicht alleine und passt aufeinander auf!

Kurzberricht Identitäre Bewegung Großraum Hannover

Am vergangenen Samstag, dem 09.03.2013 haben ca. 25 Personen der „Identitären Bewegung Hannover“ Flyer in der Innenstadt von Hannover verteilt. Zudem hatten sie ein Transparent und mehrere Fahnenstangen dabei mit denen sie vor der Marktkirche in der Altstadt posierten.

Die selbst ernannte Bewegung ist schon mehrfach durch kleine Aktionen in Erscheinung getreten. So verteilten sie beim Weihnachtsmarkt und bei einem „Zombie – Walk“ Flyer oder traten als Einzelpersonen bei einem Massen- HarlemShake vor der Universität Hannover mit einer selbst gemalten Fahne auf. Sie störten eine Demonstration gegen das Konzert, der rechtsoffenen Deutschrock Band „Frei.Wild“, durch das rufen von NS-Parolen und das zeigen einer Fahne mit dem Logo der „Identitäten Bewegung“.

Das Auffällige am letzten Samstag war die Zusammensetzung der Gruppe. Unter einigen neuen Gesichtern war mit Patrick Kruse auch eine Führungsperson von der verbotenen Nazigruppe „Besseres Hannover“ anwesend. Neben weiteren Mitgliedern von „Besseres Hannover“  war mit Kevin Schuhmann auch ein Vorstandsmitglied der rechts konservativen Partei „Die Hannoveraner“ an der Aktion beteiligt. Auch gewalttätige „Autonome Nationalisten“ aus der Region Hannover wie Lukas Richter beteiligten sich an der Aktion.

Der Schulterschluss zwischen verschiedenen Fraktionen der hannoverschen Rechten ist mit großer Besorgnis zu betrachten. Vor allem scheint die „Identitäre Bewegung“ ein Auffangbecken für die im September 2012 verbotene Gruppe „Besseres Hannover“ zu sein. Das ist nicht nur an der Personellen Überschneidung sondern besonders an den ähnlichen Aktionsformen zu erkennen.

Es gilt das Treiben dieser Gruppe weiterhin zu beobachten und zu sabotieren!

„Autonome Antifa Hannover“

Quelle: Indymedia Linksunten