RASH and Disorderly 2012 | Konzertbericht (///)

Um gegen das alljährliche Grauzonen Festival „Punk and Disorderly“ ein Zeichen zu setzen,indem wir uns gegen die stetige Kommerzialisierung und Vereinnahmung von Rechtsoffenen wehren, entschlossen wir uns, als RASH Berlin/Brandenburg, RASH Stuttgart und Einzelpersonen, ein Festival zu organisieren, welches unseren konsequenten, antifaschistischen Anspruch zum Ausdruck bringt. Das „RASH and Disorderly“ war geboren! Auf Grund verschiedenster Interventionen Seitens MAD Tourbooking, dem Veranstalter des „Punk and Disorderly“, wurde uns die Suche nach einer geeigneten Location massiv erschwert. Veranstaltungsorte, die eine eindeutige antifaschistische Ausrichtung haben, sehen sich im Würgegriff von MAD Tourbooking, begründet durch die Abhängigkeit von kommerziellen Veranstaltungen, um Ihre Locations finazieren zu können. Für uns ein ganz klares Zeichen, dass etwas passieren muss.

Da autonome Zentren, zumindest nicht vollständig, den kapitalistischen Zwängen unterlegen sind, erschien uns die „Köpi“ in Berlin als potenzieller Veranstaltungsort. Zudem unterstützen sie uns vollinhaltlich in unserer antifaschistischen und antikapitalistischen Ausrichtung. Wir konnten also ein Festival nach dem traditionellen DIY-Prinziep organisieren! Als Schwerpunkt und Hauptaugenmerk stand die Solidarität mit unseren Genossen „Smily“ und „N.“, die durch ihr antifaschitisches Engagement massiven, staatlichen Repressionen unterworfen sind.

Die Nachfrage nach dem „RASH and Disorderly“ war enorm, und somit war es kein Zufall, dass die „Köpi“ komplett ausverkauft war. Ein Line-Up mit Bands, für die Subkultur mehr bedeutet als Saufen und Party machen, und die Solidarität mit unseren von Repression betroffenen Genossen, aber auch die Solidarität mit uns als Konzertveranstalter, waren mehr als Gründe dafür. Danke an alle die anwesend waren und uns unterstützten. – Unity is the way we win –

 

Als erste Band des Abends trat die Schwäbisch Gmünder Polit/HC Combo „Wasted Youth“ auf die Bühne. Wie immer mit fetten, vorantreibenden Sound, mit klarer Antifa Attitude! Jeder Song verkörpert eine Massage und so wie es sein muss, bekommt die sogenannte „Grauzone“ mit dem Smash-Hit „Fight the Scum“ auch ihr Fett weg. Mit ihrem Song „Remembering means Fighting“ drücken sie zusätzlich ihre grenzenlose Solidarität mit allen Opfern rassistischer und faschistischer Gewalt aus und unterstützen somit auch das Bündnis „Siempre Antifascista“ aus Berlin.

Weiter im Text geht’s mit den „Produzenten der Froide“ aus Stuttgart, die mit Ersatzbasser und ihrem „Assi-Rock“ in altbekannter Manier überzeugten. Mittlerweile gelten sie im bundesweiten Grauzonenspektrum als meistgehasste Band, weil sie erkannt haben, welche Probleme es mit sich trägt, wenn nicht bzw. zu wenig auf die erzwingliche Konzertpolitik geachtet wird . Sie entschieden sich diesem Scum den Rücken zu kehren und distanzierten sich selbstständig aus diesen Kreisen.Als Zeichen gegen die „Grauzone“, aber sicherlich auch als Stellungname zu ihrer Vergangenheit, bretterten sie den Song „Ich scheiß auf euren Oi!“ von der Bühne. Das Publikum war davon so angetan, dass sie es sogar ein zweites mal spielen mussten.

Der Hauptact und Headliner des Abends waren aber „Non Servium“ aus Madrid, die es mit ihrer „Antifa Combat Tour“ und mit dem Angebot für uns und unter unserem Motto auftreten zu können, aufs „RASH and Disorderly“ zog. Ca. 1,5 Stunden gab es ihren „Brutal Oi-Core“ auf die Ohren. „Non Servium“ ist eine der bekanntesten spanischen Oi!-Bands. Textlich legen sie sehr viel Gewicht auf ihre klaren politischen Aussagen.“Espiritu del Oi!“, eine ihrer Hymnen, spricht sich klar gegen sogenannte “Unpolitische” aus, und verkörpert den wirklichen Spirit des Oi!.
Die Band ist zudem aktiv in der “BAF – Brigada Antifascista”, eine in Madrid aktive Struktur für den aktiven Kampf gegen Nazis.

Für die inhaltliche Ausrichtung unseres Konzertes wurde der RASH BB Infotisch aufgebaut, wo es sämtlichen Stuff von Literatur und Theorie bis hin zu Fanzines und Aufkleber gab. Zusätzlich haben die Bands ihr Merchandise unter die Leute gebracht.

Anwesend waren ausschließlich korrekte Konzertbesucher_innen was zum Großteil aus Punks, Skinheads, Hardcorekids und Antifas bestand. Diese bunte Mischung hat uns erneut gezeigt wie wichtig unsere (Sub)Kulturarbeit ist, und dass unsere Szene noch nicht komplett zur Popkultur verkommen ist.

Letzteres noch vielen Dank an „MAD – Tourbooking“! Wir haben uns köstlich über die Ansage von „Non Servium“ life on Stage amüsiert. „Non Servium“ haben ausschließlich betont, dass sie nie auf dem „Punk and Disorderly“ auftreten werden, und dass sie sich in Zukunft weiter konsequent gegen Nazis und Symphatisanten zu Wehr setzen. Schön das es immer noch Bands gibt die sich nicht dem Kommerz verkaufen, sondern ihren Idealen treu bleiben. Da hilft selbst so ein großzügiges Angebot von MAD – Tourbooking nichts!

Wir, als RASH Berlin/Brandenburg, vermuten ganz stark, dass das „RASH and Disorderly“ neben dem „Ultrash“ und dem „Siempre Antifascista“ ebenfalls zur Jahresaufgabe wird!

The Spirit alives!
Keep on Keeping on!

Eure RASH Berlin/Brandenburg Crew! (///)

Quelle: red-skins.de

„Nazis? Na und…“ – Hannover, wach auf!

„Koran ins Klo“, „Islamterror stoppen“ und Hinweise zur Homepage der mittlerweile immer häufiger in die Öffentlichkeit rückenden Gruppierung „Besseres Hannover“  verschandeln am letzten Samstagmorgen den Boden der gut belebten Fußgängerzone in Hannover.

Die Polizei fährt vor, aufgeregte Beamte machen Fotos von den zahlreichen rassistischen und islamfeindlichen Schmierereien, die am vergangenen Samstagmorgen die komplette Fußgängerzone zwischen dem Steintor und dem Kröpke in der Innenstadt von Hannover verschandeln. Die Stimmung ist angespannt, denn für diesen Samstag kündigten Salafisten, eine sehr konservative Strömung innerhalb des Islams, eine große Koranverteil-Aktion an. Der Koran soll an Passanten in Hannover und anderen Städten kostenlos verteilt werden. Die Polizei rechnete mit gewaltbereiten Gegenaktionen  von neonazistischen  Gruppierungen, wie der seit 2009 immer wieder auffälligen rechtsradikalen Truppe „Besseres Hannover“.

Lose Strukturen

„Besseres Hannover“ ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich die rechtsextreme Szene in Deutschland in den letzten Jahren verändert hat. Sie treten jung, modern und aktionistisch in Erscheinung, haben lustig und cool animierte Internetauftritte und kommunizieren hauptsächlich über Videobotschaften auf ihrem Blog oder über Youtube. Auch die sozialen Netzwerke werden maßgeblich in die Neonazi-Propaganda eingebunden. Es gibt keine feste Vereinsstruktur oder Mitgliedschaft, vielmehr wird es über das Internet möglich, alte Strukturen aufzulösen und „freie Kräfte“ aus losen Personennetzwerken zu bilden. Diese losen Geflechte sind deshalb so gefährlich, weil sie nicht greifbar sind, niemand weiß, wie groß und damit einflussreich eine Gruppierung tatsächlich ist. Bei der Neonazivereinigung „Besseres Hannover“ ist allerdings mittlerweile klar: Es handelt sich um einen Personenkreis von etwa 30  jungen Menschen mit dem ehemaligen hannoverschen NPD-Chef Marc-Oliver M. an der Spitze.  Die genaue Identität der Mitglieder ist jedoch unklar.

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Erneutes Nazitreffen im niedersächsischen Eschede

11.04.2012 – Eschede – Geburtstagsfeier und Versteigerung zugunsten der „in Haft sitzenden Kameraden“ aus dem Umfeld des „Aktionsbüros Mittelrhein“ auf dem Nahtz-Hof in der Lüneburger Heide.

Am Karfreitag ab 16.00 Uhr fuhren zahlreiche Autos aus dem gesamten norddeutschen Raum sowie aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Thüringen auf das abgelegene Anwesen des NPD-Landwirts Joachim Nahtz in Eschede in der Lüneburger Heide. Mit Kind und Kegel reisten NPD-Funktionäre und „Freie Nationalisten“, darunter Klaus Hellmund, Andreas Hackmann, Markus Privenau, Patrick Kallweit, Friedrich Preuß oder Stephan Silar, an. Eingeladen hatten die „Düütschen Deerns“ als auch „Freie Kräfte“ aus Celle um Dennis Bührig. Vordergründig ging es dabei um eine Geburtstagsfeier von Nahtz mit Grillstand und nationaler Musik. Hintergrund jedoch war eine Solidaritätsveranstaltung für die am 13. März verhafteten 24 „Kameraden“ aus dem Umfeld des „Aktionsbüros Mittelrhein“. Für sie sollte in Eschede mit einer Versteigerung Geld gesammelt werden, also brachten fast alle Aktivisten Dinge wie Bücher, CDs oder Kleidung mit.

Mit der Razzia im Auftrag der Staatsanwaltschaft Koblenz im vergangenen Monat wurde die Szene im Westen empfindlich getroffen. Nicht nur einer ihrer zentralen Treffpunkte in Rheinland-Pfalz, das „Braune Haus“ in Bad Neuenahr/Ahrweiler war Ziel, sondern auch führende Aktivisten aus der Region wie Sven Skoda, Axel Reitz, Paul Breuer oder der NPD-Kreisverbandsvorsitzende Sven Lobeck befinden sich seither in Haft. Solidarität mit ihnen und „den weiteren in Haft sitzenden Kameraden“ fordern nun vor allem die Kameradschaften. Dafür versammelte sich jetzt die Hardcore-Szene in Eschede. Ob allerdings auch die inhaftierten mutmaßlichen Komplizen des terroristischen „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) finanziell unterstützt werden sollen, darüber schwiegen sich die Organisatoren aus. Immerhin gab es eine jahrelange, rege Zusammenarbeit zwischen den thüringischen Neonazis um den inhaftierten Ralf Wohlleben aus Jena und den niedersächsischen Kameradschaften aus Celle und dem Weserbergland.

 Quelle: Blick nach Rechts

Die Grauzone: Schnittstelle zu extrem rechten Lebenswelten

Nun ist erfreulicherweise auch in der antifaschistischen Recherchezeitschrift „Lotta“ aus NRW eineSchwerpunktausgabe zum Thema Grauzone erschienen. Den Artikel „Rebellion im Schützenclub – „Unpolitisch“ als Totschlagargument“ könnt Ihr bereits online lesen:

Über die schottische Band „Bakers Dozen“ lässt sich einiges erzählen: beispielsweise dass sie in den vergangenen Jahren mehrfach in der Neonazi-Kneipe „De Kastelein“ und ihrer Nachfolgerin „Moloko Bar“ im belgischen Brügge auftrat, dass sie im thüringischen Nazi-Treffpunkt „Skinhouse Menfis“ spielte und für ein (verhindertes) „Fuck P.C.“-Fest des extrem rechten „Adler-Versandes“ in Niedersachsen angekündigt war, dass der Sänger in Shirts der Naziband „Tattooed Motherfuckers“ und des „De Kastelein“ auf den Bühnen stand und dass die Band dem deutschen Neonaziheft „Violence“ in einem Interview mit Lobeshymnen über die „exzellente deutsche Skinszene“ schmeichelte.

Man mag sich darüber streiten, ob Bakers Dozen nun „rechtsoffen“ oder schlicht und einfach eine Rechtsrock-Band ist, nicht aber darüber, dass sich Bakers Dozen in einem rechten politischen Milieu bewegt und dass sie wissentlich und willentlich Nazihefte, Nazibands und Nazitreffpunkte unterstützt und für diese wirbt. Als Bakers Dozen für den 26. Februar 2010 zusammen mit der saarländischen Band Krawallbrüder im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein bezeichnenderweise in einem Schützenclub angekündigt war, intervenierten Antifaschist_innen. Pascal Gaspard, Frontmann der Krawallbrüder, legte
sich mächtig für Bakers Dozen ins Zeug. Bakers Dozen, so schrieber, hätte in der Vergangenheit ja auch mit Kultbands des Oi-Genres zusammen gespielt, ergo: „Bestimmt gibt es in Schottland auch eine existierende Rechte, aber Bakers Dozen gehören
nicht dazu!“ Mit dem Ausrufezeichen hinter dieser ebenso schlichten wie falschen Behauptung war das Thema beendet. Das Konzert fand statt.
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Veranstaltungen der nächsten 2 Monate

Es liegen 2 Monate vieler guter Konzerte, Nighter etc. vor uns. Wenn Interesse an einer gemeinsamen Anreise besteht, meldet euch bitte über unsere E-Mail Adresse!
Weitere aktuelle Veranstaltungen findet ihr unter Termine!

06.-07.04.2012 Hamburg
  Kings & Queens Weekender

13.04.2012 Hamburg
Non Servium (Madrid)  

14.04.2012 Berlin
   Rash & Disorderly Festival
   mit Non Servium, Produzenten der Froide & Wasted Yout

14.04.2012 Braunschweig
Antifaschistisches Fußballturnier

27-28.04.2012 Stuttgart
All Power to the People Festival 

28.04.2012 Braunschweig
Boogaloo Bounce Nighter

04.05.-05.05.2012 Düsseldorf
Commie Bastard Festival

11.05.2012 Göttingen
   Stage Bottles

25.05.2012 Hamburg
Rash Prison Blues mit Eight Balls, Produzenten der Froide, Absturtz, In Vino Veritas 

 25.05.2012 Berlin
Opcio K-95