Braune Teddy, rechte Hools!

Die Gruppe »Besseres Hannover« wurde durch das Verschicken von Drohungen per E-Mail und rassistische Videos bekannt.

In dem Video ist ein als Bär kostümierter Mensch zu sehen, der vor türkischen Imbissen den Hitlergruß zeigt und vor Werbetafeln für Flüge nach Istanbul posiert und in die Kamera winkt. Zum Bärenkostüm gehört die Aufschrift »AbschieBär«, das Wortspiel passt zum rassistischen Zynismus des Films. Am 15. Dezember erhielten die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) und weitere Politiker eine E-Mail mit Drohungen und dem Video im Anhang. Die Verwendung einer politisch scheinbar bedeutungslosen Tierfigur zur Verbreitung rassistischer Propaganda erinnert an den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), der die Comicfigur Paulchen Panther verwendete.

Mit dem »AbschieBär« gelang es der Neonazigruppe »Besseres Hannover«,sich bundesweit in der rechten Szene zu profilieren. Aufgefallen waren ihre Mitglieder bereits als »Unsterbliche« bei einem Fackelmarsch in Kleefeld im Juni vorigen Jahres. Bei der Kampagne »Die Unsterblichen« handelt es sich um eine relativ neue Aktionsform, bei der Neonazis unangemeldet nachts mit Fackeln und weißen Masken gegen den »Volkstod« aufmarschieren (Jungle World 43/2011). Zuletzt kam es im Februar auf einer Demonstration gegen das »Anti-Counterfeiting Trade Agreement« (Acta) zu Auseinandersetzungen mit der Gruppe »Besseres Hannover«. Als die Neonazis, die ihre Gesichter hinter Masken versteckt hatten, erkannt wurden, bewaffneten sie sich mit Holzlatten. Nach Angaben der Polizei Hannover laufen nun 26 Ermittlungsverfahren gegen die Neonazis.

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